Montag, 12. März 2012

Eltern - Kind - Blogparade Aufgabe 9: "höher, schneller, weiter..."

Neue Woche und ein Reizthema für mich ;-)
Es geht um unsere Kinder, um höher, schneller, weiter... es geht auch um Vergleiche, um das, was unsere Kinder können/sollen/müssen...wie auch immer. 
Schwieriges Thema, gebe ich zu und ich beziehe es auf Vergleiche. 




Warum ich mich für ein Ultraschallbild als Einstieg entschieden habe? Weil diese ganze Mütter Contest Sache schon viel früher anfängt als ich es gedacht habe. 
Ich bin also das erste Mal schwanger (2006) und ehe man sich versieht, ist man drin im Contest. Der Bauch ist zu klein, zu groß, zu spitz, zu rund, zu weißichnichtwas. Jeder gibt seinen Senf zum Bauch dazu und kennt jemanden, der auch schwanger ist blabla. 
Irgendwann stellt sich heraus, dass Fynn bereits im Bauch sehr groß ist, weit über dem Durchschnitt. Fetale Makrosomie heißt das und diese führte dann auch zu meinem ersten Kaiserschnitt. Das Risiko war für uns beide einfach zu groß. Fynn kommt also mit knapp über 4 Kilo und 53 cm drei Wochen vor Termin per Kaiserschnitt zur Welt. Und alle sagen dir immerzu wie groß dein Kind ist. Fynn wächst so schnell weiter, ist immer größer und natürlich schwerer als die gleichaltrigen Kinder in seiner Umwelt. Egal ob beim Babyschwimmen, Babyturnen, Kita, Tagesmutter oder sonst wo. An seinem zweiten Geburtstag ist er 99 cm groß und 16 Kilo schwer und sieht natürlich nicht aus wie grade 2 Jahre. Mit fast 5 Jahren ist er nun 1,28 und wiegt 28 Kilo und sieht viel älter aus. Ein großer schlanker Junge, der mit seinem Körper immer noch nicht zurecht kommt. Das Wachstum war und ist für ihn natürlich nicht einfach. Immer größer zu sein als alle anderen und 3 Jahre älter auszusehen... das führt immer wieder mal zu Konflikten. Wie oft ich auf Spielplätzen wie eine Löwenmutter ihn verteidigt habe, weil natürlich (noch immer) ein ganz anderes Verhalten von ihm erwartet wird und ich als "schlechte" Mutter dargestellt werde, weil ich mein Kind nicht im Griff habe und ihn schlecht erzogen habe. Zu alledem ist er recht spät gelaufen, mit 17 Monaten. Natürlich haben wir zu dem Zeitpunkt einen neuen Kinderfreundeskreis aufgebaut und natürlich vergleicht man, ob bewusst oder unbewusst. Da mache ich mir auch gar nichts vor. Ich habe mich natürlich gefragt, warum er denn nun noch nicht läuft, aber es ist wie es ist und irgendwann sind wir alle gelaufen. Gesprochen hat er auch recht spät, radfahren kann er heute noch nicht, malen ist auch nicht so seins, er ist oft wütend, will ständig und vehement seinen Willen durchsetzen.... ja, ist halt so. Das ist Fynn halt. Er ist wie er ist und das ist gut so. Er ist ein kleiner (großer) liebenswerter Kerl, der sich in der Kita rührend um die Kleinen kümmert, gerne aufräumt, hilfsbereit ist, sprachlich sehr gewandt, für sein Leben gerne spielt, für ein Trampolin sterben würde, mittlerweile toll Roller fährt.... und das Wichtigste: er ist mein Fynn, mein erster Sohn, der toll ist, wie er ist. Auch wenn immer noch verglichen wird (es bleibt nicht aus), habe ich für mich einen Weg gefunden damit umzugehen. 
Die Frage ist ja auch eher: Wann fängt eigentlich das Vergleichen an und wann hört das normale Sprechen über die Kinder auf? Das ist alles so schwammig. 
Bei Mika war es auch nicht viel anders. Auch in der Schwangerschaft wurde verglichen, klar, weil zweite Schwangerschaft. Auch Mika war ein groß bei der Geburt. Auch knappe 4 Kilo und 54cm. Mika wächst nicht so rasend schnell wie Fynn, ist motorisch sehr früh sehr fit gewesen. Ein Porsche quasi, der sich irgendwann zum Golf mauserte. Aber zu Beginn  war er echt fix. Drehen, hochziehen etc, alles sehr schnell. Und natürlich wurde beim Pekip und Babyschwimmen und wo wir so abgehangen haben gesprochen, geschaut und verglichen. Aber alles im Rahmen, zumindest für mich. Viele haben ihre Kinder mit Mika verglichen, was ich aber nicht dramatisch fand. Daran ändern konnte ich eh nichts. Schlimm finde ich es, wenn es über dieses nette Vergleichsplaudern hinaus geht und diese zickig angehauchten Untertöne da sind. "Ach, ihr kocht nicht selbst?" oder "Wie, er trinkt nicht nur Wasser?" Gna. Ätzend, weil man weiß, dass diese Sätze viel mehr bedeuten. Wie kannst du bitte nicht selber kochen? Das ist doch viel gesündern und so viel billiger und besser fürs Kind blabla. *schiel* Ist nur ein Beispiel, ich könnte dies endlos fortsetzen. 
Es wird überall verglichen, ständig. Geht man auf einen Spielplatz, wird geschaut, was dein  Kind anhat, wie es sich bewegt, was es isst, wie es redet und und und. Man merkt es an Blicken und bekommt es teilweise mit. Und ich schließe mich davon nicht aus übrigens. Hey, wer hat noch nicht auf Spielplätzen mit einer Freundin andere Kinder beobachtet und drüber gesprochen? Ätzend ist es, wenn es sich in den Freundeskreis hineinzieht und diese Vergleicherei zu leichten Streitereien führt. Ist mir auch schon passiert, weil es mir irgendwann reicht. Es gibt anscheinend Mütter, die finden das super ständig ihr Kind zu vergleichen, natürlich besonders in den Bereichen, in denen ihr Kind hervorsticht. Klar. Da kann man dann auch immer wieder schön das Gespräch drauf bringen. Ich hasse es und versuche es immer mehr zu vermeiden. Reden ja, solange es im Rahmen bleibt. Angeberei versuche ich mit einem Lächeln entgegenzuwirken und einem verständnisvollem Nicken ;-) 
Mika spricht übrigens nicht, bzw. kaum. Und mit kaum meine ich sehr wenig. Und? Ist so? Wir machen uns hier teilweise ein klein wenig drüber lustig. Mika wird 2 in 2 Wochen und auch er wird irgendwann reden. Ich kenne Kinder in seinem Alter, die sabbeln mir das Ohr ab und hey, ist doch super! Meine ich ernst, ich freue mich von Herzen und Mika macht es halt nicht. Blöd ist, wenn man manchmal so schräg drauf angesprochen wird "Sag mal, redet er denn immer noch nicht?" Da möchte ich am liebsten schreiend wegrennen. 
Mika ist unser Sonnenschein, puzzelt gerne, ist motorisch recht fit, eifert seinem Bruder nach und ist übrigens entgegen aller Vermutungen auch erst mit 16 Monaten gelaufen. 
Mika und Fynn sind meine tolle Jungs und das ist gut so :-)
Manchmal frage ich mich, warum Menschen Kinder bekommen? Um sich selbst zu finden und  kleine Abbilder zu basteln, die man selbst nie sein konnte? Bei einigen Müttern, die ich so kennenlernen durfte im Laufe der Jahre, frage ich mich das wirklich. Da wird das Kind dreimal die Woche zum Eislauftraining gejagt mit 5 Jahren, da ist es wichtig, dass das Kind nur und ausschließlich die teuersten Edelmarken anhat, da ist es wichtig, dass das Kind mit 5 schon lesen kann und mit 4 schon Geburtstagswünsche in ganzen Sätzen schreibt, da wird angegeben, dass das 4jährige Kind schon 300er Puzzle macht (und wie deine Tochter macht noch Babypuzzle mit 100 Teilen?). Da wird gelogen, beschönigt und übertrieben. Mich nervt es. Und ich bin froh, dass ich viele Mütter kenne, die so nicht sind. 
Lasst die Kinder doch Kinder sein!
Ich könnte ewig weiterschreiben, mache aber hier einen Punkt, sonst artet es noch aus und keiner liest es mehr ;-)

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Kommentare:

  1. Also ich hab bis zum Ende gelesen - und hättest du mehr geschrieben, dann hätte ich es auch noch gelesen :-) Hat mir gut gefallen, dein Bericht!

    Ja, man ertappt sich immer wieder beim Vergleichen. Aber meistens werde ich mir schnell klar: da kräht in ein paar Jahren kein Hahn mehr nach. Der eine so, der andere so. Tolle Kinder sind es trotzdem allesamt!

    Viele Grüße, Sandra

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  2. Ich hab's auch bis zum ende gelesen :) nimm dir dieses ständige vergleichen bloß nicht zu sehr zu Herzen! Kinder entwickeln sich nun mal ganz individuell. wer legt denn fest was genau normal ist...? liebe grüße an deine Jungs :)

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  3. Ein super Bericht...du sprichst mir und garantiert vielen Müttern aus der Seele.
    Klar auch ich vergleiche meine Kinder mit anderen,aber es ist eigentlich schwachsinn den jedes Kind, jeder Mensch ist anders und das ist gut so.
    Romy wird ja auch in zwei Wochen 2 labbert mir nen Knopf an die Backe aber kann viele andere Dinge nicht z.b Puzzeln die andere in Ihrem alter können oder Joel er kann mit (jetzt 6) immernoch nicht ordentlich malen.Aber es ist mir egal,es sind meine kinder und für mich sind sie perfekt.

    So genug geschrieben.
    Ne 1 noch: Deine Kinder sind gut, so wie sie sind, einfach super lieb, eigentlich immer gut drauf und einfach süß.

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  4. ja, du schreibst hier wahre Worte, natürlich kann sich keiner von uns ausnehmen, jeder vergleicht mal oder schaut sich an, wie sich andere Kinder so geben, aber solange es ein gewisses Maß nicht übersteigt, finde ich das noch ok, solange das Kind selbst nicht darunter leidet.

    LG von Nicole
    www.alltagstipps.net

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  5. Ein sehr schöner Bericht. Wollte gar nicht aufhören zu lesen:-) Na dann bin ich mal gespannt wie es bei mir ist, wenn ich Kinder habe... Und bis dahin verfolge ich Dir weiterhin sehr gespannt :-)

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  6. Hallöchen, wie recht du doch hast.

    Ich werde neuerdings immer gefragt, wann meine Tochter zur Schule kommt und wenn ich sage, 2013 noch nicht, dann sind sie immer ganz verwirrt und hilf- bzw. ratlos, denn sie ist auch sehr groß und so ein großes Kind muss ja auch in die Schule kommen ;)

    LG Romy

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  7. Lasst die Kinder doch Kinder sein - dieser Satz bringt alles auf den Punkt. Ich finde es auch schlimm, wie voll der Terminkalender vieler kleiner Leute ist und hoffe, dass ich dem, wenn Babymädchen mal in das Terminkalenderalter kommt, gegensteuern kann. Die guten Vorsätze sind da ;-)

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  8. Lasst die Kinder doch Kinder sein - dieser Satz bringt alles auf den Punkt. Ich finde es auch schlimm, wie voll der Terminkalender vieler kleiner Leute ist und hoffe, dass ich dem, wenn Babymädchen mal in das Terminkalenderalter kommt, gegensteuern kann. Die guten Vorsätze sind da ;-)

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  9. Hi Du,
    dein bericht ist super geschrieben.
    Ja mit dem dicken Bauchi fängt das ganze schon an. Alle vergleichen...oh weh.
    Ja dieses Vergleichsplaudern, wie du es nennst hab ich auch schon oft mitbekommen und lasse mich da erst gar nicht ein, oder ich steure gleich dagegen und gebe ein für mich passendes Kommentar ab ;-)
    Lg jassi

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  10. Huhu,
    ich habe auch durchgehalten. :)
    Interessant fand ich die Erfahrung mit dem großen Kind - man liest häufig, dass andere Eltern Kinder falsch einschätzen und möchten, dass die Kinder sich auch "altersentsprechend" verhalten. Blöd nur, wenn das Kind das tut, es aber niemand weiß, dass es 3 Jahre jünger ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr damit viele Probleme habt, ich sehe aber auch, dass ihr das gut hinbekommt!

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  11. Unsere Meinung deckt sich muss ich sagen - weil ich denk auch normales Vergleichen udn ein bisschen plaudern ist ja auch was anderes als die angeberei oder wie du ja auch sagtest, diese Unterton-Sätze - die liebe ich ja auch so sehr ;-)

    Unsere Kleinste wird auch spät laufen, sie hat ja gerade erst gelernt auf Knien zu Krabbeln und steht neuerdings ab udn zu mal - und sie ist jetzt 14 1/2 Monate ... aber wie Du ja sagtest: nicht schlimm :-)

    Liebe Grüße
    Elli

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  12. Das hast Du sehr schön geschrieben. Und Du sprichst mir damit total aus der Seele. Denn Du hast so recht.....
    Jedes Kind ist anders, jedes Kind hat sein eigenes Tempo und so kann man gar nicht alle miteinander vergleichen. Es gibt aber so viele, die meine, das sie das machen müssten :-( Und das ist sehr schade, weil man damit unbewusst auch seine Kinder unter Druck setzt. Und den bekommen sie noch früh genug ....

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  13. ich liebe es wie du über fynn sprichst, weisst du das? ehrlich!

    das schlimme an dem vergleichen (wo man sich ja leider nie ganz rausnehmen kann) ist doch, dass sich das wirklich genauso auf die kinder überträgt. und dann wundern sich alle, warum da schon ein so großer konkurrenzdruck herrscht. chiara kam die ersten wochen ständig heulend aus der schule, weil da ein kind lesen konnte und sie nicht. so what? uns hat man gesagt wir sollen das weder fördern noch üben, weil sie sich dann zu tode langweilen.haben wir also auch nicht. wenn andere das müssen.. bitte.sie sind doch in der schule um es zu lernen.nicht um es bereits zu können.

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